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Abb.: M. Zalewski

Berliner Institut für Islamische Theologie (old)

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Erste Wissenschaftlerin in der Forschungsgruppe "Perspektiven religiöser Vielfalt in der islamischen Theologie"



Fatemeh TaheriFatemeh Taheri M.A.

kann als erste Wissenschafterlin in der Nachwuchsforschungsgruppe "Perspektiven religiöser Vielfalt in der islamischen Theologie" am BIT begrüßt werden.

Folgende Fragen hat sie aus diesem Anlass für uns beantwortet:

Sie werden Mitglied der NWG "Perspektiven religiöser Vielfalt in der islamischen Theologie" sein. Was hat Sie an der Mitarbeit in dieser Forschungsgruppe interessiert?

Interdisziplinarität, Praxisorientiertheit und die Einbettung der schiitischen Theologie; das BIT hat das akademische Fach Islamische Theologie in Deutschland auf einmal um diese drei Aspekte bereichert. Das finde ich wichtig und sehr spannend.

In meiner Masterarbeit schrieb ich über die Herausforderungen der Rückübersetzung islamischer Texte aus dem Persischen ins Deutsche und mein Promotionsprojekt behandelt die semantischen Bedeutungsfelder der deutschsprachigen schiitischen Predigten. Beide weisen insofern religionssemantische Züge auf, die explizit eine Gegenwart bezogene Gestaltung von traditionell islamischen Erscheinungen ins Visier hatten, was auf der Agenda der NWG I steht.

Welches Forschungsvorhaben verfolgen Sie momentan?

Islamische Predigten auf Deutsch - so jung diese Entwicklung auch sein mag, ist die Praxis „religiöses Sprechen“ (insbesondere Ḫuṭba) so alt wie der Islam selbst. Sie besitzt ein enormes Aktualisierungspotenzial, das sich gut in Zeiten der Pandemie betrachten lässt, wo die mündliche Vermittlung von religiösen Lehren durch sog. „Online-Predigten“ erfolgt wird.

Innerhalb der Textsorte Predigt als Forschungsgegenstand untersuche ich die schiitische Predigtsituation im bundesweiten Kontext. Akzente liegen konkret auf Prediger, Predigtzuhörende und ausgewählte deutschsprachige Predigten selbst als involvierte Bestandteile. Dabei wird zunächst die Rolle religiöser Experten (Prediger/Gelehrte) in ihrer Auseinandersetzung mit deutschsprachigen Entsprechungen für fachsprachliche Begriffe des Islam – im Original Arabisch, aber auch in ihrem Verhältnis zu Laien (predigtzuhörende Gemeinde) verdeutlicht. Empirisch ergeben sich darüber hinaus aus der semantischen Analyse des Predigtwortschatzes mehrere Bedeutungsfelder, die in meiner Dissertation anhand von Wortbäumen skizziert werden.

Welche Erfahrungen und Kompetenzen bringen Sie darüber hinaus mit, mit denen Sie zur erfolgreichen Arbeit in die Nachwuchsgruppe und zur Entwicklung des BIT insgesamt beitragen können?

Die Endergebnisse meiner Promotionsarbeit legen zukünftig ein Konzept für die (Fach-)Sprachausbildung der Imame in Deutschland vor. Für die Didaktisierung des Konzeptes und dessen Umsetzung stelle ich mir keinen Ort geeigneter als das BIT vor. Der Berliner muslimischen Community mit ihrer Vielfalt an Vereinen und Institutionen kann Zugang zu akademisch fundierter Forschung und dementsprechender Sprachschulung theologischer Instanzen angeboten werden.

Meine Verbindung zum Institut für Sprache und Kommunikation der TU auf der einen und meine baldigen Arbeitserfahrungen an der HU auf der anderen Seite werden im Herzens Berlin dazu verhelfen, neben Soziologie, Ethnographie, Kulturwissenschaften und Migrationsforschung auch die Sprachwissenschaft als eine der islamischen Theologie benachbarten Fächern zu etablieren. Eine neue Disziplin, Namens „Didaktik der islamischen (predigtrelevanten) Fachsprache“ kann hierbei ins Leben gerufen werden.

Während meines Promotionsstudiengangs engagierte ich mich in der Konrad-Adenauer-Stiftung, wo ich im Vorstandsteam des Netzwerkes internationaler Stipendiat*innen Seminare und Jahrestagungen organisiert habe. Diese Erfahrung werde ich auch bei der Vernetzung der NWG I mit Wissenschaftler*innen und Forschungseinrichtungen inner- und außerhalb der HU einbringen.

Viel Erfolg für den Abschluss Ihrer Dissertation!

 

Curriculum Vitae

Seit 06/2020
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der NWG I „Perspektiven religiöser Vielfalt in der islamischen Theologie“ des Berliner Instituts für islamische Theologie

2017 – heute
Promotionsstudium im Fachgebiet Deutsch als Fremd- und Fachsprache des Instituts für Sprache und Kommunikation an der TU-Berlin

Dissertationsprojekt: „Mündliche Fachkommunikation im Bereich der islamischen Religion, am Beispiel einer fachsemantischen Analyse vom ausgewählten schiitischen deutschsprachigen Predigtwortschatz“ (Betreuer: Prof. Dr. Thorsten Roelcke)

2017 – 2020
Promotionsstipendium (Ausländerförderung) von Konrad Adenauer Stiftung (KAS)

10/2016 – 12/2016
Stipendium von Deutscher Akademischer Ausländerdienst (DAAD) für Forschungsaufenthalt an der Universität Potsdam

2009 – 2011
Magister im Fach Deutsch als Fremdsprache an der Schahid-Beheshti-Universität, Teheran
Titel der Magisterarbeit: „Probleme der Übersetzung islamischer Texte aus dem Persischen ins Deutsche“

2004 – 2007
Bachelorstudium im Fach Deutsche Sprache und Literatur an der Schahid-Beheshti-Universität, Teheran