Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2015/2016

 

Prof. Dr. Ugo Perone

Verständnis und Selbstverständnis der Philosophie - von der frühen Neuzeit bis zur Moderne

Vorlesung, Di 16-18 Uhr, Raum 013 (nicht 008!) in der Theol. Fakultät

Philosophie definiert sich, wie kaum eine andere Wissenschaft, durch die von ihr behandelten Themen und Probleme. Ihre Selbstdefinition hängt somit stark mit ihrer intrinsischen Motivation zusammen, von der ausgehend sie ihre Inhalte und Fragestellungen entfaltet. In der Veranstaltung, die sich als inhaltliche Fortsetzung der im Sommersemester begonnenen Vorlesung versteht, wird es darum gehen mittels der Darstellung des jeweiligen Selbstverständnisses der Philosophien, ein Verständnis für das philosophische Denken zu erlangen und somit zugleich die Einheit und Pluralität der philosophischen Denkmodelle durch die Jahrhunderte hindurch darzustellen. Hierbei wenden wir uns diesmal insbesondere Descartes, Locke, Kant, Hegel, Marx und Nietzsche zu.

 

Jean-Luc Marion "Das Erotische" - Lektüre und Interpretation

Seminar, Mi 14-16 Uhr, Raum 117 in der Theol. Fakultät

In Anlehnung an Descartes’ sechs „Meditationen“, versucht der französische Phänomenologe Jean-Luc Marion in seinem 2003 erschienenen Werk „Das Erotische“ sechs Meditationen über ein altes und zugleich immer aufs Neue faszinierendes, philosophisches Thema: Eros. Anders als bei Descartes werden Erkenntnis und Gewissheit hierbei neu akzentuiert, nämlich über den Ansatz des Erotischen, das Marion phänomenologisch untersucht. Auch bei anderen französischen Philosophen der Gegenwart (E. Levinas, M. Henry, u.a.) spielt die Thematik des Eros eine zentrale Rolle, so dass sich das Seminar auch als eine Einführung in phänomenologische Ansätze der französischen Gegenwartsphilosophie versteht.

 

Dr. Silvia Richter

Martin Buber. Dialogisches Denken in der jüdischen Moderne

Übung, Mi 16-18 Uhr, Raum 306 in der Theol. Fakultät

„Ich habe keine Lehre, aber ich führe ein Gespräch.“, mit diesen Worten umriss Martin Buber (1878-1965) selbst einmal seine Philosophie, die tief geprägt ist von seinem Ansatz des dialogischen Denkens, dem er insbesondere in seinem Hauptwerk „Ich und Du“ (1923) Ausdruck verlieh. Das Seminar möchte einführen in Bubers reiche Gedankenwelt und seine Ansichten zur Philosophie, Pädagogik, zum Chassidismus sowie zur politischen Lage Palästinas bzw. Israels vorstellen. Hierbei soll auch ein Weggefährte Bubers zu Wort kommen: Franz Rosenzweig (1886-1929), dessen „Neues Denken“ Buber tief prägte und mit dem ihn eine lebenslange, intellektuelle Freundschaft verband.